
Beim Einsatz von säuregeätztem Glas kommt das Glas aus dem Bad mit einer Oberfläche heraus, die Feuchtigkeit festhält. Wenn der Trockner Streifen hinterlässt oder ungleichmäßig abkühlt, ist eine Nachbearbeitung notwendig – oder schlimmer noch: Es können Probleme mit der Haftung der anschließenden Beschichtungen auftreten. Der Trockner muss diese Schicht daher schnell entfernen, ohne dabei thermische Spannungen im Glas zu erzeugen.
Was wichtig ist: Wir haben den Trockner für säuregeätztes Glas so konstruiert, dass er Kurzwellen-Infrarot-Quarzemitter verwendet. Diese Emiter sind ideal, da sie eine schnelle Energieübertragung ermöglichen und nur geringe thermische Inertie aufweisen. Das System kann die Temperatur innerhalb von weniger als 45 Sekunden von der Umgebungstemperatur auf 180°C erhöhen. Dadurch kann man mit dem Ätzen Schritt halten, ohne lange warten zu müssen. Sobald die Temperatur stabil ist, liegt die Temperaturhomogenität bei ±2°C – dadurch wird eine ungleiche Ausdehnung des Glases verhindert und es entstehen keine Mikrorisse.
An der Oberfläche der Emitter beträgt die Leistungsdichte 35 kW/m². Dadurch wird die benötigte Energie genau dort bereitgestellt, wo sie benötigt wird – also an der Glasoberfläche – ohne dass die Kammer überhitzt. Die Luftströmung ist laminar und gegen den Strom gerichtet, wodurch die Feuchtigkeit entfernt wird, ohne dass die Ätztextur beeinträchtigt wird.
Warum dieser Ansatz für das Säureätzen geeignet ist: Bei säuregeätztem Glas wird die Endbeschaffenheit durch das bestimmt, was entfernt wird. Der Trockner muss diese Struktur schützen. Eine hohe Homogenität sowie eine schnelle Reaktionszeit sorgen dafür, dass die Oberflächentemperatur konstant bleibt. Dadurch verdunstet das Wasser gleichmäßig und es bilden sich keine Rückstände auf der Glasoberfläche. In der Praxis bedeutet das weniger Ausschuss, eine stabile Haftung der anschließenden Beschichtungen sowie eine Produktionsgeschwindigkeit von 6–12 m/min – je nach Dicke des Glases.
Der Energieverbrauch ist gering, da die Emittoren nur dann heizen, wenn es notwendig ist. Zudem sorgt der kurze Zyklus dafür, dass der Platzbedarf des Ofens minimal bleibt.
Was man berücksichtigen muss: Der Trockner wird als Modul geliefert, das über Standardtransportbreiten sowie PLC-Schnittstellen verfügt. Allerdings benötigt er eine eigene 400-V- Dreiphasenversorgung – sowie sauberen Strom, um Spannungsschwankungen beim Starten zu vermeiden. Während des Aufwärmvorgangs kann die Spitzenlast etwas höher sein – planen Sie die Elektrik entsprechend.
Die Lebensdauer der Emitter beträgt mehr als 5.000 Stunden. In feuchtem Umgebungsraum muss man jedoch die Quarzröhren regelmäßig reinigen. Damit bleibt die Leistung sowie die Homogenität konstant – ohne unerwartete Probleme.